KSB mit Min Kutschaty 

Von links: Bundestagskandidatin Nezahat Baradari, Wolfgang Wigger, SPD Olpe, Landtagskandidat Wolfgang Langenohl, Justizminister Thomas Kutschaty, Albert Hasenau, Geschäftsführer des KSD, Jutta Hecken-Defeld, SPD-Kreisverband Olpe, Dipl.-Pädagoge Johann-Jost Völker und Dipl.-Sozialarbeiter Daniel Schulte
(Foto: Clemens/Siegener Zeitung)

Menschen sollen bleiben wie sie sind

Betreuungsangebot des KSD mit großen wirtschaftlichen Problemen

Um sich einen Einblick in die Arbeit des Katholischen Sozialdienstes Olpe (KSD) zu verschaffen, besuchte der nordrhein-westfälische Justizminister Thomas Kutschaty die Kreisstadt Olpe. Begleitet wurde er dabei von SPD-Landtagskandidat Wolfgang Langenohl sowie weiteren Genossinnen und Genossen aus dem Kreis Olpe, darunter der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Olpe, Wolfgang Wigger und die stv. Vorsitzende des SPD-Kreisverbandes, Jutta Hecken-Defeld. Besonderes Interesse fand das Anti-Aggressivitätstraining des KSD, das bei Jugendrichtern und mit Jugendstrafsachen befassten Staatsanwälten auf breite Zustimmung trifft.

Begrüßt wurden sie vom Geschäftsführer des KSD Olpe, Albert Hasenau und seinen beiden Teamkollegen Johann-Jost Völker und Daniel Schulte. Minister Kutschaty erwies sich als versierter Gesprächspartner. Ihm wurde die Querschnittsarbeit des KSD vorgestellt, der ein Zusammenschluss der anerkannten Betreuungsvereine SkF (Sozialdienst katholischer Frauen) und des SkM (Sozialdienst katholischer Männer) ist.

„Menschen sollen bleiben wie sie sind. Wir helfen dabei.“ Anders als bei therapeutischer Unterstützung in der Jugendhilfe, die Menschen verändern wolle, erklärte Albert Hasenau den Ansatz der Betreuungsarbeit. Zu unterscheiden ist zwischen ehrenamtlichen Betreuern, die eine Aufwandsentschädigung erhalten und Berufsbetreuern, deren Stundenkontingente pro Betreuungsfall pauschaliert sind. Die Höhe der Vergütung richtet sich nach der beruflichen Qualifizierung. Durch das nicht mehr ausreichende Finanzierungssystem seien Betreuungsvereine in ihrer Existenz gefährdet.

Es gäbe dringenden Reformbedarf, wenn nicht Vereine wie der KSD buchstäblich „über die Wupper“ gehen sollten. Unter der finanziell angespannten Situation leide nicht nur die ehrenamtliche Struktur, sondern auch hauptamtliche, junge Mitarbeiter würden ausgepresst. Der Betreuungsbereich wachse immens. Was die Betreuerstruktur und die Stundenkontingente angehe, hätten sich die Voraussetzungen, unter der er und seine Mitarbeiter ihre Arbeit verrichten, bereits seit einigen Jahren völlig verändert. Ihnen würden heftigste Fälle von jungen Menschen mit psychischen Erkrankungen zugewiesen, was einen hohen Druck für seine Mitarbeiter bedeute. Doch er könne nicht jedes Jahr die Fallzahlen höher schrauben um wirtschaftlich noch irgendwie „über die Runden“ zu kommen.

Minister Kutschaty sah viele Berührungspunkte zur Justiz. 2 Mio. Vorsorgevollmachten seien inzwischen bei der Bundesnotarkammer registriert. „Schwierige Fälle geben die Richter gerne Ihnen.“ Betreuungsvereine wie unter dem Dach des KSD, seien ein wichtiger Baustein neben der ehrenamtlichen Struktur. Wenige Verbände seien so breit aufgestellt. Dafür ging sein Dank an die Mitarbeiter, „weil so eine Arbeit mit staatlichem Personal gar nicht geleistet werden kann“. Er versprach, sich für eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation einzusetzen. Eine Erhöhung der Vereinsförderung sei bereits auf den Weg gebracht, die ganz gezielt stärken solle, aber das sei „klar noch nicht das Ende der Aufgabe“, so Kutschaty. Es müsse geprüft werden, welche Stellschrauben noch verändert werden müssten und ob die Pauschalierung für Das Land NRW zahlt 200 Mio. Euro für die Betreuung. Das sei fast der größte Ausgabenblock im Landeshaushalt, so Kutschaty.

Auf Kutschatys Frage, wie viel der Kreis Olpe beisteuere, informierte Hasenau: „2500 Euro pro Jahr und Verein.“ Olpes SPD-Vorsitzender Wolfgang Wigger: „Ich bin erschrocken, dass der Kreis in diesem Bereich nicht mehr tut.“ In Anbetracht der vielfältigen zu leistenden Aufgaben wollen die Kommunalpolitiker das Problem an die SPD-Kreistagsfraktion herantragen, um sich für eine Verbesserung der finanziellen Mittel einzusetzen. 

Hannelore Kraft und Katja Kirmizikan

Katja Kirmizikan erneut Beisitzerin im Landesvorstand

Olpe. Katja Kirmizikan, stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Olpe, wurde auf dem Landesparteitag der NRW SPD am 24.09.2016 im Bochumer Congresscentrum erneut zur Beisitzerin im Landesvorstand der NRWSPD gewählt.

Kontakt SPD-Ortsverein Olpe

SPD-Medienbeauftragter
Jonathan Baer

Goerdelerweg 2, Olpe
Tel.: 0 27 61 / 6 06 98 30
E-Mail an Jonathan Baer

Zum Seitenanfang